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MÜLLDEPONIE 2008

23. Mai - öffentliche Begehung

Besichtung der Deponie

Wer in letzter Zeit einmal den Blick in Richtung Müllkippe gewandt hat, konnte von Ferne sehen, dass zurzeit sich einiges auf der Deponie tut. Weithin leuchten frisch geschobene Flächen. Was geschieht dort?

Am 23.Mai fand eine öffentliche Begehung der Deponie statt, wieder organisiert von Herrn Siegfried Mohr. Wie im Jahre 2005 führte Herr Jens Wiedemann, Stadtverwaltung Potsdam, die Gäste über den Deponiekörper, fachkundig unterstützt von Herrn Reisebüchel von der Firma ARGE Golm, die die Sanierung der Müllkippe durchführt. Die Sanierung der Deponie zieht sich länger hin als zunächst geplant, da geeignetes Material zur Bedeckung der Deponie nicht immer leicht zu bekommen ist. Doch inzwischen ist die Firma dabei das endgültige Profil zu modellieren. Um nicht einen langweiligen Klotz in die märkische Landschaft zu setzen, wurde beschlossen die Oberfläche mit drei Hügeln, Tälern und Aufwegen zu gestalten. Die drei Hügel sind schon erkennbar und zurzeit wird die Oberflächenneigung und werden die Hänge gestaltet. Mit 54 Metern Höhe wird dieser neue, aus Müll geborene Berg an der höchsten Stelle nur wenig niedriger als der 68 Meter hohe Reiherberg sein. Noch in diesem Jahr wird eine Deckschicht aufgetragen, die dann mit Mutterboden bedeckt und eingesät wird. Der Deponiekörper wird danach von Schafen und Ziegen beweidet werden – einerseits um den Bewuchs kurz zu halten, so dass Setzungen und Mulden schnell entdeckt werden können und andererseits um zu verhindern, dass tiefwurzelnde Bäume die unter den Bodenschichten liegende Sperrschicht durchdringen. Bevor die Deckschicht aufgebracht wird, muss beim Modellieren des Deponiekörpers gemäß vorhandener Vorschriften der vorhandene Bewuchs entfernt werden, um den Einbau organischen Materials zu verhindern – das sind die weithin leuchtenden Flächen, die zur Zeit ins Auge fallen. Wahrscheinlich im Jahre 2010 werden die aktiven Gestaltungsarbeiten beendet sein und die Deponie nur noch gepflegt und beobachtet werden. Eigentlich gilt nach Gesetz, dass die Deponie ab diesem Zeitpunkt weitere 25 Jahre gesperrt bleibt. Allerdings aufgrund einerseits der Erfahrungen mit bereits sanierten Deponien und weil andererseits die aktiven Gärungs- und Zersetzungsprozesse bereits fast ein Ende gefunden haben, besteht durchaus die Hoffnung, dass sich dieser Zeitraum nach Prüfung durch das Landesumweltamt verkürzen lassen wird. Das lässt sich besonders an den Methanmengen ablesen, die aus der Deponie gesammelt und zur Abgasfackel geführt werden. Der Methangehalt ist mit 30% recht niedrig und die Mengen sind so gering, dass die Fackel etwa nur 2/3 der geplanten Betriebsstunden läuft. Der aufmerksame Beobachter kann feststellen kann, dass die Fackel tatsächlich nur relativ selten in Betrieb ist, um das Methan zu CO2 zu verbrennen. Diese seit langem schon geringen und ungleichmäßig anfallenden Mengen waren auch der Grund dafür, dass man darauf verzichtet hat, das anfallende Methan in einem Heizkraftwerk etwa zur Heizung der Max-Planck-Institute zu verwenden.

Den Besuchern fiel besonders auf, dass aufgrund der intensiven Arbeiten, das Pflanzenleben und auch das Tierleben deutlich weniger üppig war, wie bei der ersten Begehung vor drei Jahren. Doch schon bald wird dieses Leben zurückkehren, wenn die abschließende Mutterbodenschicht aufgebracht ist. Auch werden nicht alle Bereiche immer gleichzeitig bearbeitet, so dass Pflanzen und Tiere Rückzugsmöglichkeiten finden und von dort den Deponiekörper immer wieder besiedeln. Oft schneller, als es nach den einzuhaltenden Vorschriften wünschenswert ist.

Dr. Rainer Höfgen




Informationen zu Überwachungsmaßnahmen

Informationen zu Überwachungsmaßnahmen auf der ehemaligen Deponie Golm

à Gemäß den Auflagen aus der abfallrechtlichen Anordnung zur Sicherung, Sanierung und Rekultivierung der ehemaligen Deponie Golm sind Messungen unter Einsatz eines tragbaren Flammenionisationsdetektors (FID) auf der gesamten Deponieoberfläche als Nachweis der Wirksamkeit der Deponieentgasung regelmäßig durchzuführen.
Dazu wird die gesamte Deponieoberfläche einschließlich der Randbereiche (16,29 ha) im Messraster von 50 m x 50 m überprüft.
Im Ergebnis der Untersuchungen ist festzustellen, dass oberflächige Emissionen kaum nachweisbar sind und das Emissionsverhalten der Deponie als sehr gering einzustufen ist.
à Auch nach der Schließung von schwachen Gasbrunnen mit einem Methangehalt unter 30 % ist nur ein diskontinuierlicher Betrieb der Hochtemperatur-Fackelanlage möglich. Die derzeitige Deponiegasproduktion ist mäßig und der Methangehalt im erfassten Gas minderwertig, so dass weiterhin regelmäßige Regenerationsphasen von bis zu 6-8 Wochen (d.h. das in diesem Zeitraum die Anlage stillgelegt wird) nötig sind. Erst nach dem Anstieg des Methangehaltes im Gas ist der Weiterbetrieb der Fackelanlage möglich.
à Mit der abfallrechtlichen Anordnung wurde der Beprobungszyklus sowie der Untersuchungsumfang für die langfristige Grundwasserkontrolle festgelegt. Die zu beprobenden Grundwassermessstellen befinden sich jeweils im näheren Umfeld der ehemaligen Deponie. Es handelt sich um 8 Pegel an vier Standorten (Ober- und Unterpegel). Die als Oberpegel bezeichneten Bohrungen wurden bis 5 m unter Geländeoberkante abgeteuft und über die gesamte Länge verfiltert. Die als Unterpegel bezeichneten Grundwassermessstellen erfassen Schadstoffe an der Sohle des Grundwasserleiters. Die Bohrungen wurden bis zum Grundwasserstauer niedergebracht.
Untersucht werden z.B. pH-Wert, Sauerstoffgehalt, mineralische Kohlenwasserstoffe , Phenole , polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Ca, Mg, Zn, Ni , Cu, Cd, Hg, Hg, Pb usw.
In den untersuchten Grundwasserproben sind keine Überschreitungen der Grenzwerte und Belastungen festzustellen.

Jens Wiedemann

Landeshauptstadt PotsdamBereich Umwelt und Natur




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