Sie sind hier: Vereine/Initiativen Literaturclub Golm  
 VEREINE/INITIATIVEN
Anwohnerinitiative Am Herzberg
Bürgerinitiative
BUND Ortsgruppe
FöV Freiw. Feuerwehr
FöV Grundschule Eiche
Föv Inselschule Töplitz
HSV Golm
Jugendclub Chance
Kirchbauverein Golm
Kultur in Golm
Literaturclub Golm
Lokal. Bündnis Familie
MV Hundesport
Seniorenbeirat Golm
SG Grün-Weiß-Golm
Spinnstube Golm
Sportfischerverein
Theater Ensemble
USV Potsdam
VFH Potsdam

2009 - UND WIEDER IST EIN JAHR VORBEI
 

Und wieder ist ein Jahr vorbei …

“Eins,zwei,drei im Sauseschritt eilt die Zeit, wir eilen mit.” So stellte Wilhelm Busch mit seiner heiteren Fabulierkunst fest.
Das stete Vorrücken des Uhrzeigers, der mahnende Stundenschlag, führen uns das unaufhaltsame Fortschreiten der Zeit zwangsläufig vor Augen und wir können auf Dauer nicht die Augen davor verschließen, dass wir im Fluss der Jahre älter geworden sind und unser Dasein zeitlich begrenzt ist.
“Jetzt, da ich älter bin”, war der Titel einer sehr schönen und interessanten Literaturveranstaltung im Oktober. Die Themen Altern und Endlichkeit des Lebens haben von jeher die Menschen beschäftigt und auch beunruhigt.
Für viele Dichter und Denker waren sie Anlass vielseitiger Betrachtungen. Eine kleine, aber sehr ansprechende Auswahl von Texten, Gedichten und Zitaten zu diesem Thema, stellte uns Literaturfreundin Irene Hollmann in ihrer begeisterungsfähigen Art vor.
“Mit der Reife wird man immer jünger” schreibt der Dichter Hermann Hesse in seinem gleichnamigen Buch und unterstreicht damit, dass “Altsein” zu akzeptieren und diesem Zustand tröstliche oder gar gute Seiten abzugewinnen, denn wie jede Lebensstufe, hat auch das Alter seine eigenen Werte, seinen eigenen Zauber, seine eigene Weisheit und seine eigene Trauer.
Er schreibt: “ Erst im Altwerden sieht man die Seltenheit des Schönen, und welches Wunder es eigentlich ist, wenn zwischen den Fabriken und Kanonen auch Blumen blühen und zwischen Zeitungen und Börsenzetteln auch noch Dichtungen leben.”
Gut, wer sich im Alter Gelassenheit, Geduld, Humor, Weisheit und Güte bewahrt.
H. Hesse schildert eine Begebenheit:” Neulich stand ich in meinem Garten, hatte ein Feuer brennen und speiste es mit Laub und dürren Zweigen. Da kam eine alte Frau, wohl gegen achtzig Jahre alt, an der Weißdornhecke vorbei, blieb stehen und sah mir zu. Ich grüßte, da lachte sie und sagte:” Sie haben ganz recht mit ihrem Feuerchen. Man muss sich in unsrem Alter so allmählich mit der Hölle anfreunden.” Damit war die Tonart angeschlagen, in dem wir einander allerlei Leiden klagten, aber immer im Ton des Spaßes. Und am Ende unsrer Unterhaltung gestanden wir uns ein, dass wir trotz alledem ja eigentlich noch gar nicht so furchtbar alt seien und kaum als richtige Greise gelten könnten, solang in unsrem Dorf noch unsre Älteste, die Hundertjährige lebe”
Viele Dichter kommen in Irene Hollmanns Vortrag zu Wort.
Hölderlin:”…jetzt, da ich älter bin, beginne ich zweifelnd meinen Tag, doch heilig und heiter ist mir sein Ende”.
Wo ist die Zeit geblieben, fragt man sich oft. Schon der Minnesänger Walther von der Vogelweide stellte diese Frage:” O WEH, wohin verschwunden ist mir Jahr um Jahr?
Habe ich mein Leben geträumt, oder ist es wahr?”
Bekannt ist Fontanes Gedicht:” Ja, das möchte ich noch erleben”.
Erwin Strittmatter schreibt an einer Stelle:” Ich darf nicht vergessen, dass der Vorrat an Zeit, mit dem ich zuweilen noch so unsorglich umgehe, bald aufgebracht sein wird.”
Viele der Betrachtungen waren uns aus dem Herzen gesprochen, sind es doch auch unsere eigenen Befindlichkeiten. Manches ließ uns nachdenklich werden. Es wurde auch gelacht. Anregend und unterhaltsam war dieser Nachmittag allemal.
Optimistisch stimmte uns Eva Strittmatters Vers:
Ich mach ein Lied aus Stille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter.
Und so vergeh ich nicht.

Aus dem Vortragstext von Irene Hollmann
Ursula Buder

Der Literaturclub Golm/Eiche möchte allen, die uns bei der Gestaltung unserer Literaturnachmittage hilfreich zur Seite standen, ganz herzlich danken.
Unser Dankeschön geht an den Ortsbeirat, insbesondere an Herrn Ulf Mohr für praktische Unterstützung und Anregungen, an Familie Mohr, die uns die Lesung im Garten ermöglichte, an Frau Schmidt , die uns den stets geschmückten Raum im Golme zur Verfügung stellte, an Herrn Rudi Buder, der unsere Fahrt ins Wilhem-Busch-Museum nach Mechtshausen interessant gestaltete und an alle, die interessante Lesungen vorbereiteten.

Wir wünschen allen ein fröhliches Weihnachtsfest 2008, eine glückliche Jahreswende und für das neue Jahr 2009 Gesundheit und viel Freude.




2010: Ein neues Jahr hat begonnen