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JEDERMANN 2009 |
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Einen Klassiker hatte sich unser Regisseur Oliver Nitsche für das allererste Theaterprojekt in unserem Ort ausgesucht, inspiriert von der Kirche und ihrer Lage am Reiherberg, wo sich einfach vielfältige Möglichkeiten ergaben, das ganze Gelände in den Außenszenen mitspielen zu lassen. Inspiriert auch vom Inneren des Gebäudes, welches so wandelbar schien, uns Bühne bot für Gott,Tod, Teufel und illustre Tischgesellschaft. Nicht ohne Grund wird das Stück auch anderswo in Kirchen inszeniert. Dass sich soviel Potenzial in unserer Gemeinde verborgen hielt, hätte sich wohl keiner von den Mitwirkenden (und Besuchern!) vorstellen können, gleich zum ersten Treffen im Dezember 2008 versammelten sich viele Neugierige aller Generationen und im Laufe der folgenden Monate wuchsen wir auf 25 Leute an, die direkt mitwirkten und regelmäßig einmal die Woche in die Winterkirche zum Proben kamen. Die Temperaturen stiegen zum Frühjahrsbeginn, es gab auch viele Einzelproben, in den letzten Wochen vor der Premiere wurde geprobt, was das Zeug hält und kaum einer dachte noch an etwas anderes. Ein großes Herz hatte Petrus für uns, dass er uns solch gutes Wetter zu den drei Aufführungsterminen (18. und 26. April, 9. Mai 2009) bescherte: Es war fantastisch! Viele Karten gingen schon im Vorverkauf weg, am Abend der Premiere gab es an der Abendkasse nur noch Restkarten und wir mussten einige Besucher auf die beiden anderen Termine vertrösten. Es war eine wunderbare Stimmung im Kirchhof, die Darsteller zogen in den Szenen von verschiedenen Seiten Richtung „Bühne“ vor dem Hauptportal - durch die Zuschauer, was diesen das Gefühl gab, sich ständig mittendrin zu befinden. Und so fühlten sich auch alle persönlich eingeladen, dem Jedermann in sein „Haus“ zu folgen, um dort zu feiern. Rundum versorgt waren wir mit allem, was wir brauchten: viele helfende Hände im Vorfeld und während der Aufführungen, die Plakate druckten, die Winterkirche heizten, den Bühnenbau ermöglichten, die sich um Würstchen und Getränke kümmerten, die Requisiten zur Verfügung stellten und das Lichtequipment aufbauten und bedienten, die einfach dafür sorgten, dass solch ein großes Projekt mit wenigen finanziellen Mitteln auf die Beine gestellt werden konnte! Besonders wertvoll war für uns natürlich der Kontakt über Günter Malinowski zum Filmpark und den Filmstudios Babelsberg, die uns gern mit kompletter Lichttechnik und Requisiten aushalfen. Man hätte noch fünf mal die Kirche füllen können, das war uns dann auch klar, aber wir planen Wiederaufführungen, Näheres wird beizeiten bekannt gegeben! All unser Dank gilt vor allem den fünf Profischauspielern, die mit viel Engagement und Geduld den Laien ein Stück ihrer Welt gezeigt haben, sich einließen auf dieses große Wagnis und die Gemeinschaft im schönen Golm auch sichtlich genossen: Wolfgang Mondon (Jedermann), Uta Bonz (Werke), Jürgen Kloth (Mammon, Büttel), Susanne Nitsche (Buhlschaft, Teufel) und natürlich Oliver Nitsche (Gott, Nachbar und Regie!!).
Foto und Text: Irene Wewer
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Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
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JEDERMANN
Jetzt habt allesamt Achtung , Leut Und hört, was wir vorstellen heut! Ist als ein geistlich Spiel bewandt, Vorladung Jedermanns ist es zubenannt. Darin euch wird gewiesen werden, Wie unsere Tag und Werk auf Erden Vergänglich sind und hinfällig gar. Der Hergang ist recht schön und klar, Der Stoff ist kostbar von dem Spiel Dahinter aber liegt noch viel, Das müßt ihr zu Gemüt führen Und aus dem Inhalt die Lehr ausspüren.
Der eitle Kaufmann Jedermann fühlt sich allzu wohl zwischen seinen Gütern, seinem Geld und seiner schönen Frau, bis der Tod in besucht und seinen Tribut fordert. Er soll vor das Jüngste Gericht. Doch Jedermann weigert sich...
Oliver Nitsche
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